Antirutschmatten - häufige Fragen - FAQ


 

Bau-Consult Hoeppner

 

  

Antirutschmatten - FAQ 

u.a. für Außentreppen

Häufig gestellte Fragen

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Tabelle 1: Antirutschmatten - allgemein

 1.  Was sind Antirutschmatten?
  Antirutschmatten bestehen in erster Linie aus PE-gebundenem Gummigranulat oder Vollgummi.
Dazu gehören:
o Bautenschutzmatten
o Antirutschmatten für die Ladungssicherung für den Gütertransport
o Bodenmatten, z.B.  in Aufzügen und in Lieferfahrzeugen (Sprinter)
o Antirutschmatten für Treppenstufen
o Antirutschmatten auf gefliesten Fußböden in Fertigungsräumen
o Antirutschmatten in Turnhallen
o Antirutschmatten in Badewannen und Duschen
o Antirutschmatten unter Waschmaschinen
 2.  Wie unterscheiden sich Haftreibung und Gleitreibung?
  Wenn man einen Gegenstand (mit einem Gewicht G) seitlich verschieben will, ist dazu eine gewisse Kraft (Reibkraft R)  erforderlich, die meistens kleiner ist als das Gewicht G. Dieser Zusammenhang ergibt sich aus R = µ x G  (Coulombsches Reibungsgesetz). Der Reibungsbeiwert µ ist also kleiner als 1 ( z.B. µ=0,2 ).
Bei der Verschiebung des Gegenstandes bemerkt man, dass Reibkraft größer ist wenn sich der Gegenstand noch nicht bewegt. Sobald er in Bewegung gerät, ist  die Reibkraft kleiner, aber immer noch vorhanden. Der Haft-Reibungsbeiwert µh ist also größer als der Gleit-Reibungsbeiwert µg ( µh > µg )
Für technische Anwendungen rechnet man mit dem Gleit-Reibungsbeiwert µg.
 3. Wie groß ist der Reibungsbeiwert in der Praxis?
  Der Reibungsbeiwert hängt von der Paarung der Materialien ab, die aufeinander reiben.
Für Metall auf Metall gilt µ = 0,1 bis 0,2. Bei Holz auf Holz kann man mit µ=0,2 bis 0,3 rechnen.
Wenn die Reibflächen mit Sand oder gar Öl verschmutzt sind, vermindert sich  der Reibungsbeiwert.

 

Tabelle 2: Antirutschmatten AMT  für Außentreppen

 1.  Muß man die mit Antirutschmatten belegten Treppenstufen im Winter streuen ?
   Da die Antirutschmatten vom Typ AMT eine nachgibige Struktur haben, wird Glatteis beim Auftreten zerbrechen. Somit ist Streuen nicht notwendig.
 2.  In welchen Abmesungen werden Antirutschmatten AMT für Außentreppen angeboten ?
   Bekannt sind Anmessungen von 600x240x7mm und 800x240x7mm. Beide Ausführungen
besitzen als Trittkante ein ALU-Profil. Eine Antirutschmatte ohne Metall-Trittkante gibt es mit 730x300x7mm. Von den 300mm werden 50mm von der Trittstufe senkrecht nach unten gezogen und auf die Setzstufe geklebt. Als wirksame Trittfläche verbleiben also 730x250. Diese Winkel-Antirutschmatte hat nur Sinn für Stufen bei denen die Trittstufe (an der Trittkante) nicht über die Setzstufe vorsteht.
 3.  Läßt sich das Antirutschmatten-Material auch für Eingangsbereiche verwenden ?
   Für diesen Zweck gibt es das Material in Rollenform mit 1,2m Breite und und 15m Länge.
 4.  In welchen Farben werden die Antirutschmatten für Treppen angeboten ?
  Es gibt sie in blau, anthrazit, braun, grün, rot und Pfeffer&Salz.
 5. Wie werden die Antirutschmatten auf den Stufen (z.B. Granit) befestigt ?
  Die für die Antirutschmatten vorgesehenen Stufen müssen vorher von Fett, Öl und Schmutz gereinigt werden. Die auf der Unterseite befindliche Folie wird abgezogen und auf die Antirutschmatte ganzflächig
auf die Stufe gedrückt. Die günstigste Verarbeitungstemperatur beträgt 15-20 °C.  Bei tieferen Temperaturen sollte der Untergrund 8-10°C warm sein und die Klebefolie mit dem Fön erwärmt werden.

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Tabelle 3: Antirutschmatten AM für den Gütertransport

 1.  Welchen Gleitreibungsbeiwert µg müssen Antirutschmatten für die Ladungssicherung haben?
  Bei der Paarung Gummi auf Holz kann man mit µg = 0,5 rechnen (z.B. Bautenschutzmatten auf Holz).
Antirutschmatten für den Ladungstransport sollen laut VDI 2700 mindestens einen Gleit-Reibungsbeiwert
µg = 0,6 haben. Sie müssen außerdem mindestens (laut VDI 2700 ) eine Reißfestigkeit von 0,6 N/mm² und eine Reißdehnung von 60% besitzen. Bautenschutzmatten erreichen diese Werte nicht.
 2. Welchen Vorteil hat eine Antirutschmatte ( für den Gütertransport) mit einem hohen Gleit- Reibungsbeiwert µg?
  Bei der Abbremsung eines Fahrzeugs (Trägheitskraft) und bei Kurvenfahrten (Fliehkraft) kann das Transportgut verrutschen. Bei der Paarung Holz auf Holz ( µg = 0,2 ) bei einem Transportgut mit 1000kg Gewicht  kann die Ladung bereits durch eine Kraft von 200kg (durch Abbremsung des Fahrzeugs)  ins Rutschen geraten.
Bei der Notbremsung eines LKW würde (für obiges Ladegut) eine Trägheitskraft von 800kg entstehen, d.h. das Ladegut würde mit großer Wucht (600kg = 800kg -200kg) in Richtung Fahrerkabine rutschen.
Durch Verwendung von Zurrgurten muss zusätzlich mindestens eine Kraft von 3000kg ( 3000 x 0,2 = 600 ) aufgebracht werden, die das Transportgut gegen die Ladefläche drückt, um das Rutschen zu unterbinden.
Bei Verwendung einer Antirutschmatte mit einem µg = 0,6 werden statt 3000kg ( 100% ) nur noch 334kg ( 11% ) durch Zurrmittel benötigt, d.h. der Aufwand an Zurrmitteln reduziert sich um 89%.
 3. Wirkt die Ladungssicherung auch bei einem Frontalzusammenstoß ?
  Beim Frontalzusammenstoß muß man im Extremfall mit dem 40-fachen Ladungsgewicht rechnen. Eine Ladung von 30 to würde sich also mit einer Kraft von 1400000 kg in Richtung Fahrerkabine bewegen.
Dafür ist eine Ladungssicherung bei weitem nicht ausgelegt.
 4.  Was ist bei der Ladungsbefestigung außerdem zu beachten?
  Bei unebener Fahrbahn entstehen Kräfte in senkrechter Richtung, die das Transportgut kurzeitig anheben.
In diesen Momenten ist Gleitreibung gleich Null. Das Transportgut muss also auf jeden Fall verzurrt werden. In Fahrtrichtung (Abbremsen oder Beschleunigen) und Kurvenfahrt entsteht nicht nur eine Rutschneigung, sondern auch eine Neigung zum Kippen. Auch deshalb ist ein Verzurren nötig
 5. Gibt es einen Gleit-Reibungsbeiwert µg > 1 ?
  In der Natur kommen solche Gleit-Reibungsbeiwerte nicht vor. Unter dem Namen BLACK-CAT wurde eine Antirutschmatte aus PES-Trägergewebe mit PVC-Weichschaumbeschichtung entwickelt. Je nach  Reibpartner und Anpressdruck werden damit µg von 0,7 bis 1,49 erreicht.

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Tabelle 3a: Praktische Gesichtspunkte für den Umgang mit Antirutschmatten AM für den Gütertransport

 1.  Wie dick sollte eine Antirutschmatte für den Gütertransport sein ?
  Die am häufigsten verwendeten Antirutschmatten haben eine Dicke von 8mm und einer Dichte von 820kg/m³ bei einem Gleitreibungskoeffizienten von µ = 7 bis 8 . Diese Antirutschmatte ist für eine Last von 315t/m² ausgelegt. Es werden auch Antirutschmatten mit 400t/m² und 750t/m² angeboten.
 2. Welche Abmessungen sollte die Antirutschmatte haben ?
  Bei z.B. drei hintereinander gestellten Europaletten 80cm x 120cm) wird man mit drei Stereifen (aufrollbar) arbeiten. Hat man unterschiedlich große Paletten, arbeitet man mit Pads, die die Abmessung der größten Palette haben. In beiden Fällen sollte die Antirutschmatte breiter sein als die Auflagefläche.
 3. Ist das Ladegut mit Antirutschmatten und Zurrgurten ordentlich zu sichern  ?
  Beim einem Ladegut in Form eines großen Würfels liegt der Zurgurt (im einfachen Fall) an zwei Kanten an. Er läuft dabei über zwei Kantenschoner, der Zurrgurt und Ladung schützen soll. Hat der Kantenschoner eine große Reibung, verteilt sich die Andruckkraft (ungewollt) ungleichmäßig. Im Gegenstz zur Antirutschmatte sollte der Kantenschoner eine geringe Reibung besitzen.
 4.  Kann man eine Antirutschmatte AM unbegrenzt verwenden ?
  Grundsätzlich sollte man eine für Ladungssicherung verwendete Antirutschmatte kennzeichnen und die Zahl der Einsätze festhalten. Eingerissene oder durch Sand, Öl und Säuren verschmutzte Antirutschmatten müssen ausgesondert werden. Dasselbe gilt für dauerhaft verformte, sowie poröse Antirutschmatten.
 5. Wer trägt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Verladung des Transportgutes ?
  Die Verantwortung trägt immer der Fahrer des Fahrzeugs. Er muß die Eigenschaften der Antirutschmatten kennen und die notwendigen Kräfte für die Verzurrung der Ladung berechnen können.

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